Atelier 5 steht für Arbeiten, die aus dem Dialog hervorgegangen sind, für die Arbeit in der Gruppe auf einem Gebiet, nämlich dem der Architektur, das heute fast immer mit dem Begriff des Autors als alleiniger Instanz im Entwurfsprozess verbunden wird.
Friedrich Achleitner hat es so beschrieben: "Um es paradox zu formulieren: Es handelt sich bei den Arbeiten des Atelier 5 um eine Art ‹anonyme Architektur›, jeweils produziert von einer konkreten Autorengruppe."
Dies sind unsere wesentlichen Regeln für die Zusammenarbeit beim Entwurf:
Jedes Projekt wird von Anfang an von mindestens zwei Partnern - meist zusammen mit einem Angestellten - im Dialog begonnen. Natürlich denkt jeder auch bei uns in seinem eigenen Kopf. Aber wir gehen davon aus, dass das eigene Denken und Erfinden durch das anderer ergänzt, überhöht und verändert werden kann, dass aus einem Dialog also etwas Neues, eine neue Qualität zu entstehen vermag. Mindestens einer der Partner begleitet das Projekt bis zum Ende. Innerhalb der einzelnen Arbeit bedeutet das Kontinuität: Die Entwurfsidee bleibt auch bei der Ausführungsplanung der Leitfaden. Für das Büro bedeutet das, dass Erfahrungen aus der Ausführungsphase wieder in neue Entwürfe einfliessen. Die Gruppierungen wechseln von Aufgabe zu Aufgabe, so dass über die Jahre fast jeder schon mit jedem zusammengearbeitet hat. Wir denken, dass diese "Rotation", viel dazu beigetragen hat, dass mit der Zeit eine Art gemeinsame architektonische Sprache entstanden ist und dazu, dass diese sich kontinuierlich weiterentwickeln kann. Möglichst früh - bei grösseren Projekten schon in der Konzeptphase - wird der entstehende Entwurf bei einer Projektvorstellung mit dem ganzen Büro diskutiert. Unter anderem heisst das, dass dem Entwurf ein einsichtiges Konzept zugrunde liegen muss, das übermittelt werden kann. Rein intuitive, nicht rational zu begründende Entwürfe können, ungeachtet ihrer möglichen Qualitäten, somit kaum das Produkt einer Gruppenarbeit sein. Wie hart auch immer die Kritik bei einer Projektvorstellung ausfällt, das Team kann nicht zur Änderung seiner Vorschläge gezwungen werden. Es gibt also keine Architektur per Abstimmung, wohl aber eine im Dialog und eine aus direkter und vermittelbarer Erfahrung. Und natürlich wird kein Team intelligente Einwände und einfallsreiche Vorschläge unbeachtet lassen. Wir denken, dass die hier kurz beschriebene Arbeitsweise sowie die ganze Struktur des Büros, die wesentlich auf gegenseitiger Achtung beruhen, einen grossen Einfluss auf die Art unserer Arbeiten hat.
Wir glauben immer noch, dass der Mensch ein soziales Wesen ist.
Die Brauchbarkeit für den Einzelnen und die Gemeinschaft ist immer ein Thema.
Die Beziehungen zwischen Innenräumen und gemeinschaftlichen bzw. öffentlichen Aussenräumen werden stets präzise ausgelotet.
Grosse Dimensionen werden als Zusammensetzungen masstäblicher Teile verstanden.
Ausgangspunkt des Entwurfs ist die innerhalb des Konstruktionsprinzips wandelbare und der Aufgabe angepasst definierte konzeptuelle Zelle. Die Planung erfolgt in diesem Sinn von innen nach aussen.
Architektonische Moden interessieren uns nicht, Weiterentwicklungen hingegen schon.