Atelier 5 seit 1955
Marksteine in der Geschichte

1955 – 1970


1955 Gründung des Atelier 5 durch Erwin Fritz, Samuel Gerber, Rolf Hesterberg, Hans Hostettler und Alfredo Pini.
1956 Aufnahme von Niklaus Morgenthaler und 1959 von Fritz Thormann.
Die uneingeschränkte Bindung an das Vorbild Le Corbusier prägt die Arbeiten der ersten Jahre und ist massgebend für den Zusammenhalt der Gruppe. Mit der Siedlung Halen wird das Atelier 5 in internationalen Fachkreisen schlagartig ein Begriff.1967 Niklaus Morgenthaler verlässt das Büro, wird Architekturprofessor in Chicago und zusammen mit Jacques Blumer Partner in einer dem Atelier 5 verwandten Gruppe.1969 Samuel Gerber und Erwin Fritz verlassen das Atelier 5, gleichzeitig werden die sechs langjährigen Mitarbeiter Anatole du Fresne, Ralph Gentner, Christiane Heimgartner, Denis Roy, Bernard Stebler und Francesco Tomarkin in den Kreis der Partner aufgenommen

1970 – 1980

1970 kommen Jacques Blumer, 1973 Christian Flückiger und Pierluigi Lanini dazu. Bei der Neustrukturierung wird das Grundkapital zu gleichen Teilen aufgeteilt: Alte und neue Partner sind in jeder Beziehung gleichgestellt.
Bildung einer Planungsabteilung.
1972 ändern die Partner des Atelier 5 die Rechtsform ihrer Gemeinschaft: Die bisherige Einfache Gesellschaft wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt unter Beibehaltung der Gleichberechtigung und der Unterordnung der Interessen des Einzelnen unter diejenigen der Gemeinschaft: Jeder hat gleichviel Aktien, jeder ist im Verwaltungsrat, nur wer im Atelier 5 tätig ist, kann Aktien besitzen, Aufträge werden ausschliesslich über das Atelier 5 abgewickelt.
Aufgrund zahlreicher Planungsaufträge in der Schweiz und im Ausland sowie der gleichzeitigen Realisierung grösserer Bauten wird das Atelier 5 zeitweise zu einem "Grossbüro" mit bis zu 70 Personen.
Zwischen 1974 und 1976 - zwanzig Jahre nach der Gründung des Büros - erfolgen in Bern endlich mehrere Wettbewerbseinladungen der öffentlichen Hand für Um- und Erweiterungsbauten innerhalb der Berner Altstadt. Alle führen zur Ausführung, dazu kommt noch der Auftrag für die Spar + Leihkasse in Bern (Heute Valiant Bank). So ist Bauen in historischer Umgebung - und das heisst für Atelier 5 Altes mit Neuem verflechten, jedem Teil seine Identität bewahren und aus beidem ein Ganzes formen - zu einem neuen Abschnitt im Werk geworden

1980 – 1990

Die erfolgreiche Teilnahme an Wettbewerben für Spitäler und Heime führt zur Vertiefung in einen ganz neuen Bereich unseres Berufes. Die daraus resultierenden Bauten sehen wir als Resultate einer Auseinandersetzung mit den Problemen des Wohnens und der Lebensqualität für Menschen in einer besonderen Situation. In neuen Siedlungsbauten wird ein viel früher beim Projekt Bühnenberg entwickeltes Ordnungsmuster weiterverfolgt, das statt auf der Schottenbauweise auf einem regelmässigen Stützenraster beruht. Von da an wurden solche Ordnungen in verschiedenen Abwandlungen immer wieder zur Basis von Projekten. Ein Beispiel dafür ist Thalmatt 2, eine Siedlung, die sich darüber hinaus durch ein erheblich erweitertes Raumprogramm auszeichnet. Zum zweiten neuen städtebaulichen Muster wird mit der Siedlung Ried der Hof, eine Form, welche bereits bei der Siedlung Lorraine in Burgdorf ihren Anfang genommen hatte. Mit den Stadtteil - Konzepten für Bern kommt es zu grösseren städtebaulichen Arbeiten.
1986 wird der Partnerkreises um sieben Mitglieder erweitert: Kurt Blum, Peter Breil, Giuseppe Genuise, Jost Hartmann, Heinz Müller, Christian Wiesmann und Daniel Wittwer werden nach denselben Prinzipien wie bei der Erweiterung im Jahr 1969 aufgenommen.

1990 – 2000

Ab 1989 wird dem Atelier 5 endlich die Möglichkeit geboten, die überlegungen und Grundsätze zum Siedlungsbau auch im städtischen Gebiet zu formulieren: Planungen und Projekte im Zentrum von Biel sowie Arbeiten in Solothurn, Pforzheim, Berlin, Hannover, Hamburg und Erfurt. Im Siedlungsbau entstehen bei Bern, in Solothurn und in Hamburg drei Schlüsselprojekte für Module im städtischen Kontext: Schlosspark, Fischergarten und Rotherbaum.
Es folgen ein Druck- und Verlagsgebäude bei Bern und eine Bank in Luxemburg sowie das Projekt für die Erweiterung einer Schule in Bern, alles Anlagen, die sich durch grösste Einfachheit in Konzeption und Durchführung auszeichnen. Mit der Restrukturierung eines grossen Bankgebäudes ist das Bauen in historischer Umgebung, diesmal im Zentrum von Zürich, wieder zum Thema geworden, und bei der Neugestaltung der Empfangshalle des Bahnhofs Bern setzen wir uns mit einem Gebäude aus der jüngsten Vergangenheit auseinander.

2000 –

Verjüngung des Büros durch vier neue Partner: Gabriel Borter, Gianni Chini, Franco Petterino und Georg Precht.
Die Computerjahre erfordern ein neues visuelles Erscheinungsbild (Corporate Design) und eine darauf abgestimmte Website, für deren Gestaltung wir Stephan Bundi beauftragt haben.
Heute stehen Weiterbearbeitungen von im Ausland gewonnnen Wettbewerbsprojekten in Frankfurt und Mainz im Vordergrund. Der Dreikönigshof in Mainz setzt sich mit dem Bauen in einem extrem dichten Quartier in Zentrumsnähe auseinander. Die Hoftypologie von Ried und Bremgarten wird hier weiterentwickelt und bezüglich Dichte an seine Grenzen gebracht. Im Entwicklungsgebiet Riedberg, Frankfurt am Main, hat das Atelier 5 die privilegierte Gelegenheit drei Hofanlagen, eine Passiv-Mehrfamilienhaus und ein kirchliches Zentrum entlang eines Strassenzuges zu bauen.
Mit zwei grossen Herausforderungen unserer Zeit, dem Wohnen im Alter und der ökologischen Nachhaltigkeit, gibt es im Büro eine intensive Auseinandersetzung. Neben Wettbewerbserfolgen für altersgerechtes Wohnen haben wir eine vertiefte Studienarbeit unter dem Titel „Bauen für das Alter“ gemacht. Dem Thema Ökologie und Nachhaltigkeit wird in allen aktuellen Projekten grosse Bedeutung gegeben, speziell bei den von uns selbst initiierten Wohnbauprojekten, Schützengasse, Biel und Balderstrasse, Bern.
In jüngster Zeit haben wir zudem Erfolge bei Nicht-Wohnungsbau-Projekten erreichen können: Neben der Fertigstellung des Justizzentrums in Potsdam und dem Umbau Bahnhof Biel, konnten wir bei zwei internationalen Wettbewerben – neues Schauspielhaus und Sanierung der Oper in Köln und eine neue Synagoge in Potsdam – gute Platzierungen erlangen.